Druck – mal anders betrachtet…

Nach einer sehr ereignisreichen Woche mit vielen Projekten, Veranstaltungen und Möglichkeiten zum Austausch mit ganz unterschiedlichen Menschen komme ich heute wieder etwas zur Ruhe. Bei Kerze und Kaffee denke ich über die vergangenen Tage nach… und bin erstaunt über den Druck, den ich aushalten konnte. Erwartungsdruck von anderen und von mir; Leistungsdruck (man ist ja nicht zum Spaß hier!) usw.

Wenn die Woche über so viel los gewesen ist, kann ich allerdings nicht gleich in einen guten Roman abtauchen und mich davon ablenken (bei mir stapelt sich die Lektüre grundsätzlich auf dem Wohnzimmertisch). Die Stimmen der vielen Menschen, die ich getroffen haben, die vielen Anregungen und Perspektiven schwirren mir noch lange Zeit im Kopf rum und suchen ihren Platz. Sie surren dort so lange bis ich sie mir genauer angesehen und damit wertgeschätzt habe.

Allen gemeinsam ist eine Tatsache: Etwas an diesen Menschen hat Eindruck auf mich gemacht. Eine interessante Art zu sagen, dass man beeindruckt ist. Dass sich das Gegenüber auf eine Weise ausdrücken konnte, die mich nachhaltig beeinflusst – und die mir nicht nur in der Gesprächssituation Freude gemacht hat, sondern noch lange nachwirkt.

„Druck“ kann also auch diese Bedeutung haben: Das positive Ergebnis von stressigen Situationen, positiven Erfahrungen, Begegnungen und Ereignissen… keine Ahnung, wieso ich mir noch nie Gedanken darüber gemacht habe. So ein „Ein-Druck“ hat nichts Gewalttätiges an sich, obwohl man das vermuten könnte. Wie ein Fußabdruck im Sand ist er ein Synonym für Individualität und eine persönliche Erfahrung. In unserer Welt, in der es so viel um Leistung geht, kommen unsere persönlichen Eindrücke und Wahrnehmungen häufig viel zu kurz. Es wird zwar viel von Gemeinschaft geredet, von Teamwork und gegenseitiger Hilfestellung, aber am Ende des Tages muss jeder Einzelne sich bewiesen haben. Was aber passiert dann mit diesen Momenten bei Kerze und Kaffee, die nachhaltig wirken und etwas verändern könnten, wenn man sie nur ließe? Geht ein wichtiger Gedanke verloren, der uns zu etwas Kreativem, Neuen, Guten, Verrückten geführt hätte? Oder kommt er wieder? Auf der Suche nach einer Möglichkeit seinen „Aus-Druck“ zu finden… Vielleicht macht uns auch das manchmal unruhig: Das unbestimmte Gefühl nicht alles gesagt, getan, ausprobiert zu haben was wir wollten. Vielleicht sollte man es einfach mal tun und ausprobieren was alles passiert, wenn man seiner Intuition folgt.

Die halbe Stunde, die ich gebraucht habe um diesen Blogeintrag zu schreiben hat jedenfalls dazu geführt, dass ich erholter bin. In meinem Kopf hat es aufgehört zu surren…

Ein schönes Wochenende euch allen!

2 Gedanken zu „Druck – mal anders betrachtet…“

    1. Da sind wir uns einig, keine Frage. Aber auch wenn wir das nicht immer können, bin ich davon überzeugt, dass sie auch dann schöner wird, wenn man sich über entsprechende Gedanken, Möglichkeiten und Wünsche austauscht. Vielleicht ergibt sich für den ein oder anderen eine Anregung für den Alltag oder wir erarbeiten eine ganz konkrete Option zur Veränderung.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s