Ergibt das einen Sinn? Ja, deinen!

Gerade intensiviert sich meine Arbeit mit Berufs(-wieder)einsteigern, die nicht einfach nur auf der Suche nach der nächsten Möglichkeit sind ihre Miete zu zahlen sondern mehr „Sinn“ in ihrem Leben haben wollen. Ein hohes Gehalt oder sehr flexible Arbeitszeiten können Anreize sein, reichen aber meistens nicht aus um sich zufrieden zu fühlen.
Wenn ich dem Einzelnen Fragen stelle um zu verstehen wo er/sie gerade steht und wie die Situation wahrgenommen wird, trage ich viele Antworten im Anschluss noch lange mit mir herum. Nicht auf eine belastende Weise. Vielmehr regen sie mich zum nachdenken an. Offenbar strahle ich bereits eine gewisses Maß an Erfüllung aus, denn ich werde in letzter Zeit häufig gefragt wie ich da hingekommen bin. Ich will versuchen es in Worte zu fassen.
Dabei ist möchte ich nur kurz erwähnen: Wer sich auf meiner Seite umgesehen hat weiß, dass ich von Ratgebern nichts halte. Die zahlreichen Bücher und Artikel geben eine allgemeine Antwort auf individuelle Fragen und sind damit so wirksam wie ein Kinderriegel bei gebrochener Nase. Hier will ich nur meine Erfahrungen zusammenfassen und euch dabei unterstützen eure eigenen Gedanken zu sortieren.

Auf meinem Weg habe ich im Einzelnen natürlich bewusste Entscheidungen getroffen. Ich habe mich entschieden zu studieren statt eine Ausbildung zu machen. Für Kulturwissenschaft im Speziellen, und schlussendlich auch für die Beratung, habe ich mich entschieden, weil ich merkte, dass ich gut zwischen zwei Parteien/Kulturen/Menschen vermitteln kann – und es auch wollte.
Letzteres ist wohl der springende Punkt bei der Beantwortung der Frage, wie man für sich orientieren kann. Denn nichts anderes ist Sinnhaftigkeit: Eine Form dessen was man tun will!
Die Frage ob etwas Sinn ergibt ist eine vollkommen persönliche. Seinem eigenen (Berufs-)Leben Bedeutung zu verleihen hängt, und das ist meine Meinung, nicht davon ab was genau wir erreichen und leisten. Sondern davon wie gut wir uns selbst kennen, verstehen und wissen was wir brauchen damit wir  das, was wir wirklich wollen, nicht aus den Augen verlieren. Für einen Dritten kann es vollkommen hirnrissig sein, wenn jemand viel Zeit darauf verwendet sich ehrenamtlich zu engagieren. Oder Kinder bekommt. Oder 60 Stunden die Woche arbeitet. Für den Einzelnen spielt das keine Rolle. Weil es uns Bedeutung gibt; weil wir morgens dafür aufstehen wollen; weil wir darin Sinn entdecken.
Manch einen mag es erfüllen und zufrieden machen, wenn er im Büro lebt und dafür viel Geld pro Monat bekommt. Das ist wunderbar. Ich hab allerdings noch nie so jemanden getroffen oder gehört.

Meine intrinsische Motivation zu verstehen wie Missverständnisse, Konflikte, Orientierungslosigkeit etc. zustande kommen, hat ihren Ursprung in meiner Überzeugung, dass es niemals nur eine einfach Antwort darauf geben kann. Jede Lebenssituation ist mit anderen vergleichbar und trotzdem so individuell wie wir alle.  Diese Überzeugung und all‘ die mit ihr zusammenhängenden Implikationen bilden meine Ausrichtung anhand der ich prüfen kann, ob ein Stellenangebot auf mich zutrifft, ob ich einen Menschen näher kennenlernen möchte oder ob ich eine Kooperation eingehe. Woran ich merke, dass ich auf dem richtigen Weg bin? Arbeiten fühlt sich nicht wie arbeiten an. Konfuzius hat es schöner ausgedrückt, er hat gesagt:

Wähle einen Beruf den du liebst, und du musst keinen einzigen Tag im Leben arbeiten.“

Beim Betrachten meiner eigenen Kompassnadel fällt mir auf, wie sehr sie auf Beziehungen ausgerichtet ist. Wertvorstellungen, Ideale und Vorbilder haben meine Marschrichtung beeinflusst und tun dies bis heute. Immer neue Menschen setzen in meinem Leben Impulse und verändern den Weg den ich gehe. Muss ich deshalb fürchten die Orientierung zu verlieren? Nein. Denn wie genau der Weg aussieht den wir einschlagen ist zweitrangig.

Die Richtung stimmt, dann kann der Weg nicht falsch sein. Irgendwie macht er Sinn.

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s