Der Weihnachtskeks fürs ganze Jahr

Weihnachtszeit ist Konsumzeit. Im Dezember schauen wir nach Dingen, die anderen Freude machen und versuchen die Wünsche von Familienmitgliedern und Freunden zu erfüllen. Gleichzeitig überlegen wir welchen Wunsch uns andere erfüllen können. Ein neues Fahrrad? Eine CD? Ein bestimmter Buchtitel? Oder soll es doch das teure Parfüm sein?
Es ist eine wunderschöne Zeit, die ich persönlich sehr genieße. Besonders, da ich mich seit einigen Jahre nicht mehr in das Kaufhausgetümmel stürzen und nach passenden Geschenken suchen muss. Meine Familie und ich haben verabredet einander nichts zu kaufen – und uns damit umso mehr zu schenken. Zeit, Gedanken, gemeinsame Pläne – und z.B. gemeinsames Plätzchen backen.

Dieses Jahr führen mich meine Gedanken noch in eine etwas andere Richtung: Welchen Wunsch können wir uns selbst erfüllen? Ihr ahnt es schon: Dabei geht es mir nicht darum zu überlegen ob ich mir das Parfüm nicht selbst kaufen könnte. Natürlich könnte ich. Es geht mir um etwas anderes und das ist ein Gedanke für jede Saison, nicht nur für Weihnachten.
Oder vielmehr ein Fragenkatalog. Hier sind einige Beispiele:

  • Behandle ich mich gut?
  • Gebe ich mir selbst genug Raum für meine Gedanken, Ideen, verrückten Pläne, Alltagsvorhaben, Spontanität etc.?
  • Verschiebe ich zu viel davon auf später, weil ich meine es passt gerade nicht? Nur um festzustellen, dass es nie passt…?
  • Bin ich schon so kreativ wie ich sein könnte?
  • Entdecke ich schon so viel mir möglich ist?

Zugespitzt könnte ich es auch so formulieren:
Nehme ich mich wichtig genug um gut für mich zu sorgen?

Wahrscheinlich geht es mir wie den meisten von uns. Ich bin ziemlich zufrieden und gerade dieses Jahr habe ich einige Schritte in die für mich richtige Richtung gemacht. Aber es geht auch nicht so sehr um das, was man von außen ablesen kann (Job, Wohnsituation, Freundeskreis…), sondern um die inneren Grenzen und Einschränken, die man sich nur zu leicht setzt. Eine Idee, die man gleich wieder verwirft, weil Andere sie sicher nicht gut finden. Eine Ergänzung im Zeitplan, die garantiert nicht umzusetzen ist. Oder eben den Weihnachtskeks, den man nicht essen sollte, weil man ja auf seine Linie achten will.

Ich aber möchte mich jeden Tag für diesen sinnbildlichen Keks entscheiden, wenn ich ihn will, genau dann wenn ich ihn will. Jeder braucht dafür etwas Anderes: eine wohlwollende Stimme aus dem Freundeskreis, Unterstützung von der Familie, einen verständnisvollen Chef oder Kollegen… die Liste ließe sich beliebig lange fortsetzen.

Dass es nicht so wichtig ist was wir wollen, wissen wir. Die Hürde besteht darin einen konkreten Wunsch benennen zu können – und anderen gegenüber zu vertreten. Der etwas andere Wunschzettel also.
Dazu gehört manchmal auch das „Nein“ zu einer guten Freundin, die man nicht noch zwischen Arbeitsende und Weihnachtsfeier besuchen kann. Es ist zeitlich wahnsinnig eng und ich möchte vielleicht noch eine halbe Stunde für mich haben. An diesen vermeintlichen Kleinigkeiten entscheidet sich wie mein Tag verläuft.
Mir persönlich ist „Nein“ zu sagen sehr lange schwer gefallen bis ich einen Satz las, der mir sehr geholfen hat: „Das ‚Nein‘ zu anderen ist ein ‚Ja!‘ zu mir selbst.“

In diesem Sinne: Gönnt euch so viele Weihnachtskekse wie ihr wollt – und vielleicht nutzt ihr ja wie ich die Weihnachtszeit um euch die Zutaten für euren „Alljahreskeks“ zusammenzusuchen. Wie sehen sie aus? Was braucht ihr oder was hättet ihr gerne im neuen Alltag 2018? Was wollt ihr ausprobieren, das ihr euch bisher nicht erlaubt habt?

Ich bin gespannt auf eure Antworten.

Fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

Wiebke & Cody

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2 Gedanken zu „Der Weihnachtskeks fürs ganze Jahr“

  1. Urlaub in Südfrankreich und den Pyrenäen. Und wenn nicht dieses Jahr, dann irgendwann. Und es stimmt schon: einen Wunsch zu benennen und zu vertreten ist gar nicht so einfach. Man hat ja seltenst die „gute Fee“ vor sich – der könnte ich natürlich einiges erzählen. Ich wünsche mir jetzt einfach mal ne gute Fee…. mal kucken, was passiert.

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  2. Oh ja, Reisen stehen bei mir auch immer ganz oben auf der Liste. Nächstes Jahr soll es nach Schweden gehen – derzeit wälze ich Reiseführer und hole persönliche Tipps ein. Frei nach dem Motto: Man kann der „guten Fee“ ja ein bisschen Arbeit abnehmen 😉

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