Sei wild und frei und wunderbar!

Wenn wir eine Weile in unserem Leben nicht mehr von der Stelle gekommen sind und uns so langsam fragen, wo der Sinn in all‘ dem stecken soll, sind wir bereit für die größten Veränderungen. Wenn wir dann langsam anfangen mit den Flügeln zu schlagen, begegnen uns Widerstände, die uns zu entmutigen drohen:

„Das klappt nie im Leben!“

„Bist du dir sicher? Was wenn…“

„Wie willst du das finanzieren?“ …sind nur einige der Klassiker.

Spannend, wie stark sich Menschen dazu angehalten fühlen eben die Grenzen aufzuzeigen, die sie wahrscheinlich nur allzu gerne selbst überwinden würden. Wie ein Gefängnisinsasse, der zwischen den Gitterstäben seiner eigenen Zelle nach draußen guckt und sich davon überzeugen will, dass er nie wieder den freien Himmel über sich sehen wird. Da gehört es sich nicht, wenn der Nachbar bereits mit einem Bein zur Tür raus ist!

Wir sind dabei weniger Gefangene der Steinmauern als vielmehr unseres eigenen Kopfes. Das, was möglich und nicht möglich, was normal oder nicht normal, was machbar oder unmöglich ist – all‘ das ist eine Frage unserer Perspektive, unserer Erziehung, unserer eigenen Erfahrungen und die unseres Umfelds.

LASST UNS AUSBRECHEN!

Wenn wir merken, dass wir ständig gegen die „Erfahrungsmauern“ von anderen rennen, die uns sagen wollen was geht oder nicht, können wir mindestens zwei Dinge tun:

  1. Das akzeptieren und einfach so weitermachen – und dann eben auch so manche Idee und den ein oder anderen „verrückten“ Traum begraben oder
  2. (aus meiner Sicht viel spannender) uns klar machen, dass es darum geht unsere eigenen Erfahrungen zu machen. Es kann großen Spaß machen unsere Ansichten zu hinterfragen und uns selbst ganz neu zu denken.

Je nachdem wie viel Zeit wir in der vergleichsweise hohen Sicherheit einer Zelle zugebracht haben, kann der Gedanke die Zelle zu verlassen viel Angst auslösen. Warum es also angehen? So schlecht geht es uns ja nicht!

Bist du Pippi oder Annika?

Im berühmten Buch von Astrid Lindgren treffen Tommi und Annika auf ein bärenstarkes Mädchen, das mit Pferd und Affe allein in einem Haus lebt. Nicht umsonst heißt dieses Haus „Villa Kunterbunt“: Alles ist anders als bei den Geschwistern Zuhause – und damit gleichzeitig aufregender und spannender. Pippi lebt wie es ihr gefällt und nicht wie es ihr andere vorschreiben. Und sie kann es aushalten und hat sogar Spaß dabei, wenn ihr Widerstand begegnet (liebt ihr die Szenen mit „Prusseliese“ nicht auch genau deshalb?).

Meine Frage lautet: Besteht Pippis wahre Stärke nicht vielmehr in ihrer Freude am eigenen Weg?

Je mehr ich meinen eigenen Weg gehe, desto mehr fallen mir die vielen Situationen auf, in denen Menschen sich von Erwartungen, Erfahrungen oder Ängsten anderer aufhalten lassen, weil sie sie zu ihren eignen machen. Und das ganz ohne es zu merken!

Wer loslässt, hat BEIDE HÄNDE FREI!

Dabei ist es unsere Wahl – es ist unsere Entscheidung. Jeden Tag können wir im Großen und Kleinen wählen ob wir einfach eine Fremdeinschätzung übernehmen oder es „riskieren“ und unsere Perspektive erforschen. Abgesehen davon, dass sich nach einer Weile der eigene Herzschlag wieder normalisiert, lernen wir mehr und mehr auf uns selbst zu vertrauen.

Wir können erste Schritte gehen zur Erfüllung eines sehnlichen, langsam verstaubenden Wunsches. Auch unser Leben ist wie ein Raum: Irgendwann ist er voll und wir müssen „entrümpeln“. Altes muss rausfliegen damit Neues Platz hat. Das kann sich erstmal seltsam oder sogar schmerzhaft anfühlen, aber wir alle kennen das gute Gefühl nach dem aufräumen.

Zwischen Annika und Pippi gibt es viele Schattierungen. Wir brauchen auf der Suche nach einem neuen Lebensgefühl nicht völlig auszuflippen, aber hin und wieder mal auf dem sprichwörtlichen Tisch zu tanzen kann dazu beitragen herauszufinden, was wirklich Freude macht.

Und wer weiß: Womöglich können wir eines Tages auch so viel Spaß mit unseren „Prusselieses“ haben wie Pippi Langstrumpf 🙂

 

 

3 Gedanken zu „Sei wild und frei und wunderbar!“

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