Wie wir unsere Grenzen überwinden

Wir alle kennen sie, wir alle haben sie und eigentlich sind wir auch ganz froh drum, dass wir sie haben. Grenzen. Bedingungen, die uns rahmen. Sie geben uns Halt, eine Richtung, und nicht selten sind sie uns eine Entscheidungshilfe.

Diese Grenzen bestehen aus allem möglichem, z.B. aus dem Limit unserer Vorstellungskraft. Wenn wir uns nicht vorstellen können nach Australien auszuwandern, werden wir es vermutlich nie erleben, sehen oder erfahren. Das ist auch nicht weiter schlimm. Nicht jeder steckt seine persönlichen Grenzen neu indem er das Land verlässt. Die wirklichen Herausforderungen liegen im sogenannten „Alltag“.

Ausbruch aus alten Denkmustern

Ich stelle gerade fest, wie oft ich in meinem Leben schon meinen „Alltag“ neu konstruiert und mich dabei selbst neu erfunden habe. Irgendwie verlief das Ganze in Wellen: Eine Weile war es ruhig und konstant. Dann baute sich langsam eine Veränderung auf bis es schließlich mit Schwung losging. Dieser Kraft, die sich bis zum heutigen Tag immer wieder neu in mir aufbaut und mich darüber nachdenken lässt, ob alles (noch) so ist, wie ich es mir vorstelle, lässt mich v.a. meine eigenen Grenzen überdenken.

Habe ich es mir zu bequem gemacht? Sichern meine Grenzen mich nur oder sperren sie  zu viel aus? Bin ich noch offen für Neues, Unerwartetes, Überraschendes, das jeden Moment um die Ecke kommen kann oder renne ich bei der bloßen Ahnung von Veränderung in die andere Richtung?

Leitplanken statt Grenzen suchen

Wenn wir uns zu sehr innerhalb unserer Mauern einrichten und alles andere aussperren, wird die vermeintliche Sicherheit zum Gefängnis. Unsere eigene Haltung sperrt uns ein und beeinflusst unser Bild von unserer Umwelt, von anderen Menschen, von dem wo wir noch hin können im Leben. Nach und nach wird alles zur Gefahr: Jede Neuerung könnte dazu führen, dass wir unsere Sicherheit verlassen müssen. Wenn wir so ein Gefühl von Unwohlsein oder bereits leichter Angst in uns spüren, könnten wir uns fragen, was wirklich passieren kann, wenn wir unsere Komfortzone verlassen. Wahrscheinlich geht es dir wie mir und du stellst fest:

Es geht nicht um dein Leben. Es geht um dein gewohntes Leben.

Das ist ein riesiger Unterschied, der sich aber dennoch genauso bedrohlich anfühlen kann. Aber sollten wir uns aus Angst, etwas Neues könnte weniger gut sein als das Gewohnte, leiten lassen? Warum konzentrieren wir uns immer auf Schwächen, Mängel und Defizite?

Stattdessen könnten wir uns auf unsere Qualitäten, Fähigkeiten, Ressourcen und Potentiale besinnen und loslegen! Volle Kanne, mit allem was uns ausmacht! Und dabei entdecken, dass es bereits der Weg in diese Weite ist, der uns mit so viel Freude erfüllt, dass wir immer weiter gehen können.

Was wir unterwegs finden, finden wir nicht zufällig.

Freunde, neue Einblicke, andere Perspektiven, neue Gefühle sind das Resultat unserer eigenen Initialzündung. Dem Gefühl, einfach loszulaufen, ohne GPS, ohne genaue Navigationsangaben wann wir abbiegen müssen. Wir verändern uns auf unserem Weg. Unser eigener Mut verändert uns in dem Moment in dem wir ihn mit ans Steuer bitten.

Und die Angst? Sie ist ein Teil der Leitplanken, die uns hilfreich dabei unterstützt genau hinzusehen anstatt an jeder Ausfahrt vorbei zu rauschen. Sie ist ein wichtiger Teil unseres Weges, der uns fragt: „Und was, wenn es schief geht?“

Aber nur solange der Mut antworten kann: „Was, wenn es großartig wird?!“

20180527_103019

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s