Lebst du deine eigene Vielfalt?

Wir wachen morgens auf, gehen ins Bad, wählen unsere Kleidung für den Tag und laufen los: Arbeit, Einkäufe, vielleicht ein Treffen mit einer Freundin/ einem Freund und ab nach Hause zum Kochen oder auf dem Sofa lümmeln. Manchmal geht es ins Kino oder wir haben etwas Besonders vor, aber im Grunde genommen laufen die Tage ungefähr gleich ab.

Aber dann gibt es da noch diese Momente, die uns innehalten lassen. Diese Augenblicke erwischen uns meist unverhofft. z.B. wenn wir durch die Stadt schlendern und einen flüchtigen Blick auf unser Spiegelbild in der Schaufensterscheibe erhaschen. Hast du dir einmal die Frage gestellt: Wer ist diese Person?

Was möchtest du sehen, wenn du in den Spiegel schaust?

Unser Leben passiert uns nicht einfach. Wir entscheiden uns täglich dafür, dass es genauso aussieht, wie wir es führen. Ich mag den Ausdruck „ein Leben führen“. Denn genauso sollte es doch sein…oder? Wir selbst leiten unser Leben in Bahnen, bestimmen unseren eigenen Kurs und lenken Gedanken und Energie in die Richtung, in die es verlaufen soll. Unvorhergesehenes gibt es immer, keine Frage. Aber von diesen „Querschlägern“ abgesehen: Wie sehr steuerst du dein Leben bewusst? Siehst du bereits, was du sehen willst, wenn du dich im Schaufenster siehst? Oder gibt es Wünsche, Sehnsüchte, Träume, die einem einzigen Augenblick in Form eines Gefühls hochkommen?

Raus aus der Komfortzone – und wieder rein!

Wie oft habe ich schon gehört: „Ich gehe raus aus meiner Komfortzone!!! Ich muss mich herausfordern um zu spüren, dass ich lebe. Nur dann ist man selbst der Steuermann – wenn man sich richtig was traut!“ Das stimmt – zum Teil.  Ich bin auch oft aus meiner Komfortzone heraus gekommen und habe mich ausprobiert. Aber ich bin auch wieder zurück gegangen und habe es mir in meinem „Schneckenhaus“ gemütlich gemacht. Diese Erholungsphasen und Momente der Verarbeitung waren mindestens genauso wichtig wie das „aus mir heraus gehen“ und Neues zu wagen. Erst in diesen Ruhemomenten habe ich mein eigenes Tempo für Veränderungen gefunden und klarer sehen können, was mein Herz höher schlagen lässt.

Dabei habe ich entdeckt, dass Vieles, was ich für möglich oder unmöglich gehalten habe, mein Selbstbild bestimmt hat – und damit auch mein Spiegelbild. Nicht immer hat mir gefallen, was ich gesehen habe. Nicht immer konnte ich schon meine ganze Vielfalt, meine ganze Buntheit im Spiegel sehen.

Warum sollte so etwas essentielles wie die persönliche Entfaltung einem Dogma folgen? „Raus aus der Komfortzone“ ist ja schön und gut. Aber wie das aussieht, wie lange und wie oft du das tun willst, ist Teil deiner Persönlichkeit. Und das ist gut so! Unsere Facetten, Ressourcen, brach liegende Fähigkeiten und Kompetenzen sprießen nicht über Nacht. Sie langsam Stück für Stück zur Entfaltung zu bringen ist ein wunderbarer Prozess, der Geduld erfordert – vor allem von dir selbst!

Das eigene Tempo…

…für Entscheidungen, Veränderungen und die Erfüllung der eigenen Wünsche zu finden ist bereits eine Herausforderung. Sie zu entdecken ist ein Abenteuer bei dem man sich über Begleitung freut.

Wenn du dir all‘ dieser Dinge bereits bewusst bist, hast du bereits einen großen Schritt in deine eigene Vielfalt getan. Du hast dir erlaubt, all‘ das zu sehen und anzuerkennen, dass es zu dir gehört. Dazu gehört auch das Zögern, das Zweifeln, Ungeduld und Traurigkeit. Aber mindestens so viel Freude, ungläubiges Staunen und Neugier auf die Farben, die du noch entdecken wirst. Es ist als würdest du eine Brille aufsetzen. Dein Spiegelbild bekommt schärfere Konturen und lässt dich erkennen:

Ich bin auf meinem Weg. Ich kann die Möglichkeiten sehen, die in mir schlummern. Ich bin mehr ich selbst und bunter als je zuvor.

Die Person im Spiegel schaut mich an – und lächelt. 

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