Macht dich das glücklich oder kann das weg?

Zurück aus dem Urlaub in Schweden! Das war klasse, sag‘ ich euch! Für alle, die was für wunderschöne Natur übrig haben, ist das auf jeden Fall eine Reise wert. Von den Waldbränden dort habe ich erst spät erfahren – spannend, wie wenig man mitbekommt, wenn man so ohne Zeitung, Fernsehen und größtenteils ohne Internet unterwegs ist.

Den Urlaub hatte ich schon letztes Jahr geplant und trotzdem kam er genau zum richtigen Zeitpunkt. Ich staune immer wieder wie das so passt.
Jetzt ist „Urlaub“ ja nicht gleich „Urlaub“. Ich zum Beispiel war noch nie jemand, der gerne wochenlang am Strand liegt. Ich will etwas sehen, Eindrücke sammeln, mich „anstupsen“ lassen von den Menschen, die vor Ort ein anderes Leben führen als ich.
Schweden hat mir da für dieses Jahr die perfekte Umgebung geboten, um mir eine der wichtigsten, immer wiederkehrenden Fragen überhaupt zu stellen. Und ich dachte, ich werfe sie mal als Eintrag gleich zu Beginn der neuen Woche hier in den Blog.

„Macht dich das glücklich oder kann das weg“ ist ja salopp gestellt, ist aber eine der schwierigsten Fragen, die man sich stellen kann (finde ich persönlich). Denn dahinter steckt ja:

Wie sortiere ich aus?

Von mir selbst kenne ich ja folgenden Gedankengang: „Weiß ich denn überhaupt was mich glücklich macht? Was ist denn „glücklich“ überhaupt? Jetzt wird’s aber kompliziert. Ach, lassen wir das.“

Genau dann wenn es spannend wird, verabschieden wir uns von unserer Antwort bevor wir sie wirklich haben. Wie schade, oder? Ich hab‘ mal versucht dran zu bleiben und ich sage euch gleich: Eine vollständige Antwort habe ich auch nicht gefunden. Aber: Ich hab‘ den Eindruck, ich bin schon näher dran als vor meinen 10 Tagen Auszeit.

Meine Erkenntnisse lassen sich schnell zusammen fassen:

  1. Ich muss überhaupt nur wissen was mich JETZT gerade glücklich macht (nicht morgen, nicht in 2 Wochen oder 2 Jahren. JETZT).
  2. Wenn ich weiß, was mich glücklich macht, habe ich auch gleichzeitig definiert was es nicht tut. Das kann auf jeden Fall weg. Alles dazwischen kann ich mir noch mal genauer ansehen. Vielleicht ist es ja für den Moment in Ordnung. Zu radikale Schritten fühlen sich für nicht gut an und aus der Erfahrung heraus gesagt: Meist geht Radikales in die Hose.
  3. Unter den Dingen, die mich glücklich und v.a. dauerhaft zufrieden machen, sind u.a. „Cody“, „Familie“, „Freunde“, „Gemeinschaft“, „ein gutes Buch“, „Regen genießen“ oder auch „Auch-mal-nur-Schoki essen-Tage“ zu finden. Gar nichts „Großes“, eigentlich. Auch schon mal tröstend: So hoch sind meine Ansprüche in Wirklichkeit gar nicht.

Was baut dann Druck auf? 

Wir sind in einer Welt unterwegs, die im Allgemeinen ziemlich unentspannt ist. Damit meine ich, dass wir uns wenig Zeit nehmen für unsere eigenen Gedanken und Emotionen – wir konsumieren die von Anderen (u.a. deshalb empfehle ich mal das Handy lange auszuschalten und kein Fernsehen zu gucken. Es ist erstaunlich wie sehr es entspannt nicht immer alles wissen oder beantworten zu müssen).

Trotzdem sollen wir uns als Individuen zeigen und auch so fühlen. Ein ganz schöner Spagat, finde ich. Dazu kommt, dass all‘ das, was ich oben auf meine „Gücks-Liste“ geschrieben habe, nur Komponenten sind. Sie können alle zusammenpassen, wenn sie z.B. unterschiedlich stark gewichtet sind (wochenlang nur Schoki zu essen wäre auch mir zu viel und würde mich mit Sicherheit unglücklich machen 😉 ). Das Maß ist ausschlaggebend.

Und: Es muss nicht alles jetzt sofort passieren! Sich dessen anzunähern und seine persönlichen „Glücks-Komponenten“ überhaupt benennen zu können, ist doch schon der Hammer! Der Rest wird sich entwickeln – darauf könnten wir ja „einfach mal“ vertrauen.

Dann könnte aus einer Urlaubsreise eine „Lebensreise“ werden, bei der es nicht darum geht ein Ziel zu erreichen, sondern nur die Tagesetappe zu genießen. In so einem Fall hätte ich auch keinen Stress damit, wenn sich das Ziel verändert. Schließlich kann ich mir ja die Frage stellen: Macht mich das glücklich oder kann das weg?

Eure Wiebke und Cody

Cody und ich
Das Bild ist gestern entstanden und das wollte ich euch nicht vorenthalten. Glück besteht manchmal darin den Rücken zu kraulen – an genau der richtigen Stelle!

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s