Wie wichtig ist das wirklich?

Der Fokus für das heutige Blog-Thema kam in meinen Briefkasten geflattert. Eine liebe Freundin schrieb mir eine Karte auf der folgender Satz steht:

Karte Foto Blog

Ein wunderbarer Satz, den man sich mal auf der Zunge zergehen lassen kann. „Vom Mond aus betrachtet…“ Was soll das sein, „das Ganze“? Was soll mir/uns das sagen?

Es ist der Perspektivwechsel schlechthin auf alles, was uns gerade beschäftigt. „Das Ganze“ ist alles, was dir in den Sinn gekommen ist als du diesen Satz gelesen hast.

Was genau war das? Spür noch mal nach. War es vielleicht ein Gedanke an eine unangenehme Situation, bspw. als du dich beim Einparken über die Ungeduld deines Hintermannes geärgert hast? Oder hast du wie ich am Wochenende lange im Stau gestanden und hast gedacht: „Geduld kann mich mal, das geht mir tierisch auf den Zünder!“? (Du merkst: Von Geduld mir selbst gegenüber habe ich keine allzu große Portion ab bekommen – aber ich lerne weiter ;)).

Es ist die klassische Alltagssituation, die uns die Palme hoch treibt: Wir haben einen Plan im Kopf und der ist nicht umzusetzen, weil vor uns jemand langsamer ist; weil jemand nicht erledigt hat, was er erledigen sollte; weil unserem Wecker ausgerechnet an einem sehr wichtigen Morgen einfällt, er könnte den Geist aufgeben… kurz gesagt: Unser Kopf-Plan funktioniert nicht, weil uns das Leben dazwischen grätscht.

Da ist es wenig hilfreich zu hören: „Denk‘ positiv!“, „So schlimm ist das doch nicht!“ oder „Immer mit der Ruhe“.

Was hilft, wenn der „Kopf-Plan“ versagt? 

Dabei ist es sehr hilfreich, dass wir logisch und einigermaßen organisiert denken. Sich zumindest eine grobe Tagesstruktur festzulegen spart nicht nur unsere eigene Energie, sondern wird von unserer Gesellschaft erwartet, gefördert, vorausgesetzt. Leider hat diese Strategie, wird sie zu exzessiv gefahren, einen unschönen Nebeneffekt: Wir werden unflexibel.

Wenn ich mich zu sehr auf meinen Kopf verlasse, nehme ich wichtige Impulse meiner anderen Sinne nur noch am Rande wahr. Sie erreichen mein Bewusstsein nicht mehr. Dabei könnten sie mir helfen mich zu beruhigen wenn ich wie wild meinen Tagesplan einzuhalten versuche.

Vielleicht hätte ich mir den Tag gar nicht erst so voll gestopft, wenn ich gemerkt hätte, dass ich zwischendurch gerne 30 statt 10 Minuten Zeit habe – um auch mal eine Pause zu machen.

Womöglich wäre mir in dieser Pausenzeit mal der Gedanke an eine liebe Person gekommen, bei der ich mich mal wieder melden könnte (um dann am Abend mit gutem Gefühl in die Federn zu springen, weil ich zumindest eine WhatsApp geschickt habe).

Wahrscheinlich wäre in mir sogar mal die Frage hochgestiegen: „Warum mache ich das eigentlich?“ Warum laufe ich von A nach B? Was genau hat das mit mir zu tun und was macht das mit mir?“

Die Ruhe des Moments ist der Schlüssel um wahrzunehmen, dass bei zu viel „Kopf“ nur Gefühl hilft. Nach so einer kleinen Atempause mit Gefühlsprise (und dazu braucht man wirklich nicht lange, versprochen!), hat sich manches mit Sicherheit wieder relativiert. Klar, es wäre nach wie vor schön, wenn du es pünktlich zu deiner Verabredung schaffst. Aber hey, du kannst auch anrufen und dir die Zeit nehmen, die du eben noch brauchst. Wenn das so ein Tag ist an dem du nicht so kannst wie du möchtest, dann ist das eben so.

Nachsicht mit dir selbst ist eine Möglichkeit liebevoll mit dir umzugehen

Am Ende des Tages kommt es schließlich nicht darauf an ob du alles geschafft, jede Verabredung pünktlich eingehalten und alle Aufgaben akribisch abgearbeitet hast. Sondern viel wichtiger sollte sein, dass du zu dir sagen kannst: „Ich hatte viel zu tun, aber ich habe auch auf mich aufgepasst. Ich habe mich nicht ganz hinten angestellt, sondern darauf geachtet, dass es mir gut geht.“

Unser Unterbewusstsein, unser Gefühl oder unser „Bauch“. Wie auch immer du es nennen magst: Es ist unsere innere Stimme, die dich und mich daran erinnert, dass wir den wichtigsten Menschen in unserem Leben nicht vergessen dürfen, wenn es uns weiterhin gut gehen soll:

Uns selbst! 

Also frag‘ dich ruhig mal zwischendurch: „Wie wichtig ist das wirklich?“
Im Zweifelsfall kommst du zuerst! Dann bleibst du auch innerlich flexibel und kannst im morgendlichen  Stau vielleicht sogar lächeln, wenn jemand die Straße verstopft.

 

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