Was heißt es für dich stark zu sein?

Einige von euch haben vielleicht gemerkt, dass es hier etwas ruhiger geworden war. Das hat einen einfachen Grund: Ich habe in letzter Zeit viel auf den Weg gebracht, spannende Menschen getroffen, gecoached, Neues erlebt – kurzum: Es war viel los, das jetzt in aller Ruhe angesehen und gefühlt werden wollte. Und das geht nur offline, ohne Facebook, Instagram und Co.

In dieser Zeit kam mir ein Gedanke, den ich öfter im Coaching hatte: Was bedeutet es eigentlich „stark“ zu sein? Was macht dieses Wort aus? Eine allgemeingültige Definition gibt es so gesehen nicht. Wenn ich fünf Leute frage, bekomme ich in der Regel fünf Antworten. Manchmal sogar sechs 😉

Ich war jetzt also in meiner „Online-freien Zeit“ und plötzlich kam diese Frage auf. Mit Sicherheit kein Zufall.

Der Kern der Sache

Ich liebe Fragen, weil sie uns immer wieder in den Kern von unseren Themen, Motivationen, Werten usw. führen. Die ersten Antworten sind immer höchst divers und so unterschiedlich wie die Menschen selbst.
Wenn ich also nach Stärke frage, dann kommt häufig ein Bild in uns auf wie ich es als Titelbild gewählt habe: Körperliche Stärke, häufig auch in Verbindung mit mentaler/ psychischer Stärke (in letzter Zeit wird häufig der Begriff „Resilienz“ dafür verwendet). Mich macht das neugierig. Was genau meinen wir, wenn wir von diesen Stärkeformen sprechen? Was heißt es denn „mental stark“ zu sein?

Mir kam der Verdacht, dass es viel mit „aushalten können“ zu tun hat. Wenn wir also mit Widerständen konfrontiert werden oder uns in irgendeiner Form an etwas reiben, zeigt sich wie „stark“ wir sind. Wir halten uns für stark, weil wir Dinge ertragen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Und ich finde, zum Teil stimmt das sogar. Eine Form von Stärke kann es sein eine gewisse Zeit lang die Luft anzuhalten und zu stemmen, was wir glauben stemmen zu müssen.
Und doch gibt es noch eine ganz andere Art Stärke, die still und leise ist. Wie die Hanteln aus dem Fitnessstudio, die ein mentales Äquivalent haben, das sehr stark unterschätzt und im Alltag kaum gesehen wird.

Deine inneren Hanteln

In den letzten Wochen durfte ich erneut die Erfahrung machen, worin meine „inneren Hanteln“ bestehen. Manchmal ist es einfach nur ein Gefühl wie Traurigkeit in bestimmten Situationen. Manchmal sind es Denkmuster, derer ich mir schon bewusst bin und die ich deshalb auch schneller wieder loslassen kann. Aber hin und wieder wird mir ein Thema vor die Füße geworfen, das ich eine Weile mit mir rumschleppe und nur spüre wie SCHWER es ist. Diese Schwere mit mir herumzutragen macht noch keine Auseinandersetzung mit der Thematik aus. Erst wenn ich das Thema ansehe, berühre und mir ernsthaft vornehme, wird daraus ein gezieltes „Training“. Ein ganz leises, in sich gekehrtes Ansehen der Dinge, die ich nicht mehr stemmen kann oder will.

Aber, und hier hört die Parallele zum Sport auf: Wir dürfen häufig erst lernen was es heißt eine Pause einzulegen und die inneren Hanteln beiseite zu packen. So sehr es mir auch auf den Keks gehen kann, wenn ein Thema erneut auftaucht, das ich schon behandelt geglaubt habe:

Es kommt aus einem bestimmten Grund. 

Du bist traurig aus einem bestimmten Grund. 

Eine Situation kann dir noch weh tun – aus einem bestimmten Grund.

Stark zu sein hat also etwas davon es sich bewusst zu machen, wann du dich mit dir selbst beschäftigen darfst – und wann man es auch mal gut ist. Wenn du die Dinge so sein lassen kannst wie sie gerade sind, auch wenn das vielleicht heißt, dass sie noch nicht deinem Wunschbild entsprechen. Du hast dich selbst einmal ehrlich betrachtet, ohne dir auszuweichen oder dich abzulenken. Das kann fürs erste reichen.

Stark zu sein kann heißen loszulassen und dich über all‘ das zu freuen was gut ist. Das andere kommt schon noch. Themen kommen so lange wieder bis sie dir nichts mehr beibringen können. Verlass‘ dich drauf! 🙂

Stark zu sein kann heißen „Nein“ zu anderen und „JA!“ zu dir selbst zu sagen. 

Wirklich in deine Stärke zu kommen, kann all‘ das heißen und mehr. Immer wenn dich etwas herausfordert und du spürst, wie du deine Komfortzone verlässt. Wie du es wagst für dich einzustehen und dir selbst ein/e Freund/in zu sein.

Für andere mag deine innere Hantel ein Klacks sein. Aber das spielt keine Rolle. Es sind deine Herausforderungen, mit denen du auf deine Art umzugehen lernst. Am Ende wirst du auf deine Weise und durch deine Themen in deine ganz persönlich Stärke gekommen sein.

Und glaub‘ mir eins: DAS merkt JEDER! 

Alles Liebe,

Wiebke

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