Du bist nicht für alles verantwortlich was du wahrnimmst

Da sind wir gerade in turbulente Zeiten getrudelt – wir als Gesellschaft und jeder einzelne für sich. Corona wirbelt einiges durcheinander und stellt uns vor Herausforderungen. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich stelle immer wieder fest, dass es in meinem Umfeld zwei Reaktionspole darauf gibt:

Überspitzt gesagt sind die einen sehr stark verunsichert und vermitteln mir ein Gefühl von Beklemmung. Sie ziehen sich mehr in sich zurück und sind orientierungslos. Eine absolut verständliche Reaktion. Die Auswirkungen der Pandemie sind nicht klein oder schön zu reden.

Dennoch gibt es auf der anderen Seite diejenigen, denen es leichter fällt einen Sinn in dieser Krise zu sehen und die sich schnell darauf eingestellt haben. Sie hadern nicht mit den neuen Rahmenbedingungen wie der Kontaktsperre, sondern sind mehr denn je in der Selbstreflexion und schöpfen neue Kraft.

Für viele, und vielleicht auch für dich falls du Letzteres bei dir beobachtest, kommt es überraschend, dass es gerade die Feinsinnigen sind, die sich am Schnellsten gefangen haben. Man könnte ja annehmen, dass jemand der mit einer feinen Wahrnehmung ausgestattet ist, am ehesten mit einer gesellschaftlich um sich greifenden Situation wie dieser überfordert ist. Doch genau das Gegenteil beobachte ich in meinem Umfeld.

Eine Stärke vieler Hochsensibler liegt in der tiefen Verwurzelung in Sinnhaftigkeit

Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass erhöhte Wahrnehmungsfähigkeiten mit Schwäche  oder erhöhter Verletzlichkeit gleichzusetzen sind. Das kann durchaus der Fall sein, geht aber nicht zwangsläufig Hand in Hand. Viel mehr ist es in meiner Erfahrung so, dass viele Hochsensible gerade aufgrund ihrer Sinne die Fähigkeiten ausgebildet haben, die es  in Krisenzeiten besonders braucht:

  • ein intuitives Gespür für den Sinn in einer Krise
  • ein Wissen um persönliche Bedürfnisse
  • die Ahnung was es braucht um zu heilen

Bitte mich nicht falsch zu verstehen: Auch dieses Wissen kommt nicht automatisch in unsere Herzen und Köpfe geflattert wie ein Überraschungspaket. Meist haben wir einfach nur genügend Übung darin, uns in Situationen zurecht zu finden, die alles andere als ideal für uns sind. In jedem Fall braucht es deine Entscheidung, dich aktiv mit dir selbst zu beschäftigen und auseinanderzusetzen.

Ich muss ehrlich sagen:
Mir persönlich taten die ersten Wochen des Abstands sogar sehr gut. Ich bin noch einmal weiter runtergekommen und hab mich darin üben dürfen zu entschleunigen. Und nach wie vor empfinde ich die Wahrung meiner Individualdistanz beim Einkaufen als sehr angenehm. Es sind diese Kleinigkeiten im Alltag, die mich darauf hinweisen, was mir wirklich gut tut. Wenn die akute Zeit der Pandemie vorüber ist, möchte ich vieles Gelernte in meinen neuen Alltag integrieren und nicht direkt zum Alten zurückkehren als sei nichts passiert. Das sind für mich die kleinen großen Geschenke dieser Zeit, die im Endeffekt viel ausmachen werden. Für mich und andere.

Gleichzeitig möchte ich dir Folgendes mit auf den Weg geben:

Du trägst nur Verantwortung für deine eigenen Gefühle und Gedanken

Vielleicht nimmst du derzeit irrsinnig viel Traurigkeit, Verwirrung, Unsicherheit und Wut wahr. Womöglich belasten dich diese Gefühle und du bist zeitweise heilfroh in deinen vier Wänden zu sitzen und dem nicht im Übermaß zu begegnen.

Dann hilft das Bewusstsein, dass es nicht deine Aufgabe ist, dich um diese Gefühle zu kümmern. Deine Verantwortung liegt lediglich darin wie du mit deinen eigenen Gefühlen und Gedanken umgehst. Und dabei unterstütze ich dich gerne.

Wenn die Emotionen von anderen derzeit verstärkt in dich „hineinballern“, darfst du sie einfach bei ihnen lassen. Zum Beispiel kann dir eine gute Verankerung in deinem eigenen Körper sehr dabei helfen deine eigenen Gefühle von denen der anderen zu unterscheiden und dich abzugrenzen. Und vielleicht spürst du es bereits: Es geht nicht nur um Wut und Traurigkeit, sondern auch um Freude und Dankbarkeit für das was ist.

Denn ich glaube daran, dass durch den Schmerz zu gehen der Weg zur größten Freude ist. 

Alles Liebe für dich!

Wiebke

 

 

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