Abgrenzung: In 5 Schritten zu dir zurück

Immer wieder sagt ihr mir in meinen Beratungen und Coachings, dass Abgrenzung eines der größten Themen für euch ist. Abgrenzung, darunter verstehe ich die Fähigkeit die Gefühle meines Gegenüber zwar wahrzunehmen, aber dennoch zwischen ihm/ihr und mir unterscheiden zu können. Ich bin in meinem eigenen Körper verankert und spüre lediglich die Resonanz des anderen in mir, ohne mich selbst darin zu verlieren.

Weil ihr dieses Thema so oft an mich herantragt, habe ich euch hier einmal meine wichtigsten Werkzeuge zur liebevollen Abgrenzung kurz und knackig zusammengefasst.

Du kannst sie jederzeit und überall anwenden. So verlierst du dich nicht im Außen und kannst im Alltag üben bei dir zu bleiben.

Falls dich das Thema Abgrenzung gerade beschäftigt und du dich direkt mit mir darüber austauschen willst, freue ich mich über deine Anfrage unter
Wiebke.grimmig@gmx.de oder 0157 – 580 734 17.

Nun aber erstmal viel Freude beim Lesen, Stöbern, Entdecken und Freuen 🙂

In 5 Schritten zu dir zurück

1.) Akzeptieren

Das klingt jetzt leicht, gell? Vielleicht gehörst du auch zu denjenigen, die über diesen Punkt gerne hinweg galoppieren möchten. Ich zähle mich selbst jedenfalls dazu. Lange Zeit ist das der Punkt gewesen, den ich nur zu gerne übersprungen hätte. Dabei ist er der mit Abstand wichtigste. Jeden einzelnen der folgenden Schritte kannst du intuitiv und in beliebiger Reihenfolge einsetzen. Diesen hier nicht. Dies ist deine Startlinie.

Akzeptieren heißt: Bewusst fühlen und wahrnehmen was gerade ist.

Vielleicht gibt es eine Situation, die dir gerade einfällt in der dir einfach alles zu viel ist. Du willst dich nur noch zurückziehen, weil so viele Stimmungen, Gefühle, Eindrücke auf die einprasseln wie ein Signalfeuer. Jetzt gleich positiv denken zu wollen baut nur noch zusätzlichen Druck auf. Lass‘ dir stattdessen ruhig Zeit. Fühle stattdessen lieber was gerade nach Ausdruck verlangt. Kannst du in Worte fassen welches Gefühl überwiegt? Kannst du es einer bestimmten Person zuordnen oder gehört es zu dir? Wie bewertest du die Situation gerade, und zwar ganz ehrlich. Wir erinnern uns: Hier nichts schön reden. Wenn du dich bescheiden fühlst, dann ist das so und dann ist es nur gut es auch beim Namen zu nennen. Erst wenn das der Fall ist, kannst du weitergehen, denn du weißt worum es sich handelt.

2.) Fang‘ an zu spielen

Jetzt hast du schon benannt wie es dir geht und wo du stehst. Herzlichen Glückwunsch!! Das ist schon richtig viel!!!

Jetzt kannst du deine Kreativität spielen lassen. Dein Verstand wird dir jetzt blitzschnell einige Lösungsvorschläge präsentieren, einer verrückter als der andere und manch einer wird sogar brauchbar sein. Dabei werden garantiert Dinge entstehen, von denen womöglich niemand sonst nachvollziehen kann warum sie dir helfen. Das muss auch kein anderer verstehen.

Erlaube dir einmal völlig quer zu denken und deinem 1. Impuls zu folgen und es einfach auszuprobieren. Was soll schon passieren? 

Wichtig ist, dass es dir hilft. So kannst du dich z.B. einfach unter die Dusche stellen und alles „abwaschen“ was nicht zu dir gehört. So wie beim Ausatmen kann das Wasser Altes mitnehmen und dir helfen deinen Körper wieder besser zu spüren. Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Hab‘ einfach Spaß damit nicht sofort und genau zu wissen was du brauchst 🙂

3.) Ver-ANTWORT-en

Vielleicht führt dich Schritt 2 wieder zu Schritt 1 zurück, das ist völlig ok! Manchmal merken wir erst beim Spielen, dass wir noch nicht ganz erfasst haben was uns umtreibt. Falls sich beim Spielen alles stimmig anfühlt, kommt jetzt ein sehr wichtiger Punkt in Form einer Frage: Wer gestaltet dein Leben?

Die Antwort darauf kennst nur du. Wichtig ist jetzt Schritt für Schritt in die Umsetzung zu kommen und es vor allem dich selbst spüren zu lassen, dass du für dich selbst eintrittst. Erfahrungsgemäß haben viele an dieser Stelle einige Herausforderungen zu bewältigen. Da schwirren dir vielleicht oft gehörte Sätze im Kopf herum wie: „Das macht man so nicht.“ oder „Wovon denn Pause machen? Es ist doch noch nichts passiert.“
Dies sind Antworten, die womöglich für denjenigen stimmig waren, der sie ausgesprochen hat.

Sie müssen nicht für dich gelten. Du bist gerade auf dem Weg deine eigenen Antwort zu kreieren. 

Damit übernimmst du auch Verantwortung für deine eigenen Entscheidungen, Wünsche und Bedürfnisse. Das muss nicht sofort und zu 100% geschehen. Sei hier bitte liebevoll mit dir. Es ist ein ständiger Lernprozess, den zu durchlaufen einer Wanderung gleicht. Keiner zieht eine Wanderung möglichst schnell und in einem Stück durch. Man würde ja die wunderschöne Landschaft rechts und links des Weges verpassen. Wichtig ist nur, dass du auf deiner Wegstrecke bleibst und dich nicht ständig in Umwegen verlierst. Das wäre nur frustig. Falls es dir passiert ist es großartig, wenn du es bemerkst – und deinen Weg weitergehst und dich nicht ärgerst. Wer sagt denn, dass dieser vermeintliche Umweg nicht ein wichtiger Teil deiner Wanderung war, dessen Bedeutung du erst später verstehst?

4.) Mach‘ kleine Schritte

Deshalb such dir auch erste Ziele aus, an denen du konkret messen kannst, ob und wie die bisherigen Schritte dir weitergeholfen haben. In welcher Situation ist es dir wichtig für dich einzustehen? Woran hast du jetzt gerade als erstes gedacht? Genau diese Situation kannst du exemplarisch durchspielen.

Möchtest du z.B. einer Freundin ohne Bauchgrummeln sagen können, dass du lieber allein in die Badewanne möchtest als heute Abend mit ihr ins Kino zu gehen?

Was auch immer dir gerade eingefallen ist – versetze dich in diese Situation, fühle was  bei dir los ist und sprich im stimmigen Moment ein deutlich vernehmbares „Nein, danke“ aus. Es kann sein, dass du dich erst daran gewöhnen musst dich das sagen zu hören. Das wird sich komisch anfühlen und vielleicht kommt in dir sogar der Impuls hoch, das doch lieber sein zu lassen, um Bindungen nicht zu gefährden. Ich gratuliere dir an dieser Stelle ganz herzlich! Denn dieses Gefühl zeigt dir nicht etwa an, dass es jetzt gefährlich für dich wird, sondern dass du dabei bist deine Komfortzone zu verlassen. Du bist dabei den entscheidenden Schritt zu machen weshalb dich dieser Artikel überhaupt angesprochen hat.
Ich möchte dich ermutigen, dir an dieser Stelle Zeit zu geben (du erinnerst dich an Schritt 1 „Akzeptieren“?). Dass du hier zögerst und nachspürst ist wunderbar. Es ist eine feine Balance von „sich gut behandeln“ und „ins Tun kommen“. Du wirst dich hier genauer kennenlernen und immer besser zurecht finden.

Mir hat es hier z.B. sehr geholfen „Nein, Danke“ immer wieder laut auszusprechen, auch wenn keiner im Raum war. Oder du nimmst deine freundliche Antwort mit deinem Handy auf und hörst es dir einfach ein paar Mal an.

Du wirst sehen: Mit der Zeit fühlt es sich immer natürlicher an. 

Wenn du eine Vertrauensperson an deiner Seite brauchst, die dich ein Stück des Weges begleitet und dir Impulse gibt, freue ich mich sehr drauf dich dabei zu unterstützen.

5.) Feiere deine Tagesform

„Die innere Konfetti-Kanone zünden“ sage ich immer, wenn du bereits kleine Veränderungen wahrnehmen kannst. Und wenn es ein erstes Innehalten vor der Entscheidung war, ob du mit ins Kino gehst, um dann entgegen deiner Bedürfnisse mitzugehen: Du hast es gemerkt, du hast dir kurz Zeit genommen – und vielleicht wirst du beim nächsten Mal dein „Nein, Danke“ aussprechen können.

Lass‘ dir von jemandem gesagt sein, der seine Erfolge immer zu wenig gefeiert hat: Schmeiß mal so richtig Konfetti! 

Wenn es zu Beginn ein unsteter Erfolg sein sollte (was übrigens nur natürlich wäre), feiere deine Tagesform. Es bedeutet, dass du am Leben bist und nicht jeden Tag wirst du gleich viel Energie und gute Laune haben. Ich wünsche dir, dass du ein Gespür dafür entwickelst, wie du dich heute fordern möchtest und wie nicht.

Ich bin überzeugt davon, dass wir immer etwas finden können, für das wir dankbar sein können. Ich bin es jedenfalls in diesem Moment, dass du dir diesen Artikel vorgenommen und bis hierher gelesen hast. Es war mir eine Freude ihn zu schreiben und ich hoffe, er wird dich in herausfordernden Momenten daran erinnern, dass du dir selbst die beste Lernpartnerin bist.

In diesem Sinne: Frohes bei dir ankommen 🙂

Wiebke

2 Gedanken zu „Abgrenzung: In 5 Schritten zu dir zurück“

  1. Hallo Wiebke,
    es hat mir große Freude gemacht, Deinen Beitrag zu lesen. Du hast so leichte und verständlich erklärte Tipps zu diesem wichtigen Thema gesammelt und ich bin beeindruckt, wie Du das auf den Punkt gebracht hast.
    Ich finde es schön, immer mehr auf Menschen zu treffen, denen die Themen Selbstfindung, Zielsetzung, Selbstwert und natürlich Achtsamkeit am Herzen liegen.
    In meinen Blog-Beiträgen beschäftigen mich ähnliche und gleiche Gedanken und ich würde mich freuen, wenn Du auch mal vorbeischaust.
    Ich wünsche Dir alles Gute und Gesundheit. Frohes Schaffen weiterhin!
    Liebe Grüße

    Janina Laurien

    janinalaurien.com
    BlogBeauty- Mind Soul Body

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    1. Hallo Janina Laurien,

      zunächst einmal Danke für deinen ausführlichen Kommentar 🙂 Es freut mich sehr, wenn dir mein Beitrag gefallen hat.
      Wenn du diesbezüglich noch Fragen hast, komm‘ gerne auf mich zu.

      Gerne schaue ich mich auch bei dir um. Ich bin von Haus aus neugierig 🙂
      Alles Liebe,
      Wiebke

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