Hochsensibilität

Hier findest du erste Informationen und Hinweise, falls du den Eindruck hast, du selbst oder eine dir nahe stehende Person könnte hochsensibel sein.

Ich habe dir die brennendsten Fragen zusammengestellt, die ich mir sehr wichtig sind. Wenn du deine Frage hier nicht finden solltest, zögere nicht, sie mir an wiebke.grimmig@gmx.de zu schicken 🙂 Ich gehe gerne darauf ein.

Hochsensibel – was heißt das eigentlich?

In erster Linie bedeutet „hochsensibel“, dass dein Nervensystem wesentlich mehr Reize aufnimmt als bei „normal-Sensiblen“. Das gilt sowohl für dein Innenleben (Gefühle etc.) als auch für Außenreize (Geräusche, Visuelles, Sensorisches etc.). Das kann z.B. heißen, dass du dich bei Großveranstaltungen wie Parties o.ä. nicht wohl bis hin zu vollkommen überwältigt fühlst.
Was Hochsensible im Einzelfall wahrnehmen und in welcher Intensität kann dabei stark variieren. So nimmt der eine bspw. Gerüche sehr gut wahr, der Hochsensible neben ihm aber besonders den Baulärm von draußen. Andere wiederum bemerken schwelende Konflikte, Stimmungen und Gefühle des Gegenübers oder eines ganzen Raums voller Menschen und/ oder können sogar sagen, ob eine Person lügt oder nicht.

Meist tritt eine Kombination von Körperlichen und mentalen Eigenschaften auf, die sich aus folgenden vier Kategorien zusammensetzt:

1.) Übererregbarkeit: Äußere wie innere Reize werden sehr fein wahrgenommen und können unreguliert zu einer Überstimulation bzw. innerer Anspannung führen.

2.) Erhöhte Regenerationszeiten: Viele Hochsensible schätzen oder brauchen regelmäßige Pausen und Rückzugsmöglichkeiten; auch nach Situationen, die für „Normal-Sensible“ nicht weiter anspruchsvoll waren, z.B. einem Meeting.

3.) Sensorische Empfänglichkeit: Gehör, Geruch, Sensorisches (z.B. das Gefühl der Kleidung auf der Haut).

4.) (Stark) erhöhte emotionale Kompetenz bzw. Empathie: Das starke Empfinden von Gefühlen und Emotionen des Gegenübers kann in vielen Fällen dazu führen, dass sich der/die Hochsensible nicht in der Lage sieht sich wirkungsvoll abzugrenzen.
Mir ging es in diesem Punkt lange so, dass ich eher sagen konnte wie es meinem Gegenüber geht, für mich selbst aber keine Aussage treffen konnte 🙂

Wie stelle ich fest, ob ich hochsensibel bin oder nicht?

Es ist mir wichtig zu betonen, dass es sich bei Hochsensibilität in erster Linie um eine Selbsteinschätzung und nicht um eine Diagnose im medizinischen Sinne handelt. Hochsensible sind nicht krank. Wir werden lediglich mit einer Wahrnehmungsbegabung geboren von der Wissenschaftler ausgehen, dass sie genetisch veranlagt ist.
Mir haben einige Tests in Form von Fragebögen sehr geholfen; v.a. um in erster Linie einige Kriterien für meine Feinsinnigkeit kennenzulernen (Diesen Test kann ich dir nahelegen). Die wahrheitsgemäßen Antworten ergaben dann ein sehr eindeutiges Ergebnis. Im Grunde genommen haben diese Tests aber nur bestätigt, was ich ohnehin schon ahnte.

Ich würde jedem/jeder empfehlen, sich die vier Kriterien, die ich oben aufgeführt habe, durchzulesen und damit eine Weile „schwanger“ zu gehen.
Beobachte dich selbst im Alltag und komm‘ ins Experimentieren 🙂 

  • Hilft es dir schon im Alltag inne zu halten und öfter kleine Pausen einzulegen?
  • Nimmst du regelmäßige Mahlzeiten zu dir und trinkst du genug?
  • Möchtest du dich mal bewegen?
  • Was tut dir gut, wenn du deine innere Unruhe wahrnimmst?
  • etc.

Du merkst: Wir sind nicht grundverschieden von „Normal-Sensiblen“ – auf sich selbst zu achten tut wirklich jedem gut! Als Hochsensibler rücken diese Aspekte nur besonders in den Fokus. Schließlich ist für uns der Punkt des „Jetzt ist es erstmal genug“ einfach schneller erreicht – was absolut natürlich ist!

Und was mache ich jetzt damit? Der Alltag ist doch anstrengend ohne Ende – oder?

Mehr wahrzunehmen ist erstmal anstrengend – ja. Ob es zu einer Belastung wird, die du körperlich, mental und seelisch spürst, ist jedoch meiner Meinung nach deine unbewusste oder bewusste Entscheidung. Momentan wird davon ausgegangen, dass 15-20% der deutschen Bevölkerung hochsensibel sind! Gar nicht so wenige, wenn du mich fragst!

Du bist also nicht allein! 

Darüber hinaus bist du weder krank noch könntest du die Hochsensibilität irgendwie loswerden. Der schönste Weg, um sie nicht als Schwäche sondern als persönliche Stärke wahrzunehmen, ist, einen guten Umgang mit ihr zu finden. Den ersten Schritt hast du schon getan, in dem du dich hier oder auch auf anderen Seiten informierst und dich selbst beobachtest.

Hochsensibilität ist eine wunderbare Chance dich selbst, andere und deine Umwelt kennenzulernen! 

Ist unsere derzeitige Gesellschaft besonders entgegenkommend was die Bedürfnisse von Hochsensiblen angeht? Klares „Nein“. Ich erlebe uns als viel zu schnell, beschäftigt mit zu vielen Dingen gleichzeitig und das anzusprechen bringt in der Regel wenig Anerkennung oder sogar Abwertung. Das heißt aber nicht, dass wir das nicht verändern oder wertvolles zur Gesellschaft beitragen könnten! Es braucht das gesamte Spektrum: Schnell und langsam, Überblick und Tiefe.

Als Hochsensible sind wir nichts „besseres“ als andere. Aber wir können lernen das „anders sein“ genauso wertzuschätzen und anzuerkennen wie das, was gerade als Norm gilt. Und mit uns anfangen!

Mach‘ dir selbst das Geschenk zu sagen: „Ja, ich fühle mich anders. Und das ist ok!“

Und: Hochsensibilität ist Teil deiner Persönlichkeit, aber sie macht sie nicht aus. Du bist sehr viel mehr als das. Deine Feinsinnigkeit zu integrieren und zu leben ist nichtsdestotrotz ein essentieller Schritt, wenn du für dich stimmige Entscheidungen treffen und dich einfach gut fühlen willst.

Derzeit plane ich ein Seminar zu diesem Thema, das ab 2020 startet!

Falls du schon im Vorfeld mit mir über diese Thematik sprechen möchtest, melde dich gerne unverbindlich unter wiebke.grimmig@gmx.de oder unter telefonisch unter 0157-58073417.